Anlagestrategien für Investoren

Umdenken bei der Kapitalanlage Optimierung im Immobilienbestand Urteile zu Wohnimmobilien

"Sind Immobilien immer noch eine gute Altersvorsorge?" Zu dieser Frage informierten Michael Obermayer von der Hausbank München eG, Nikolaus Kuner von der RC RealConsult, einem Unternehmen im Verbund der Rohrer Immobiliengruppe, und Beate Marschall von der Hausverwaltung W. Rohrer und Sohn, im November bei einem Expertenabend in den Räumen der Hausbank in der Münchner Sonnenstraße.

Extreme Preise, billiges Geld und resriktive Gesetze - dazu führte Michael Obermayer die Gäste zunächst auf eine virtuelle Reise durch die globale Geldwirtschaft, die eng mit politischen Entscheidungen verbunden ist, wie zum Beispiel der Brexit, aber auch Ukraine-Konflikt, Flüchtlingskrise und Terrorismus zeigen.

Das Zinsniveau und seine Veränderung können extreme Auswirkungen haben - von einem schwächeren Wechselkurs des Euro bis zu einem Anstieg der Inflation. Trotz der gewaltigen Zinserleichterungen in den zurückliegenden Jahren auf 0 % sei die Staatsverschuldung nicht gesunken.

Wie also das Geld anlegen? Obermayer warf den Blick auf Staatsanleihen und gab einen kurzen Überblick. Sein Resümee: Hohe Zinsen, aber auch hohes Risiko. Oder: Sicherheit, verbunden mit Zinsen um die 0 % oder sogar Minuszinsen wie in Japan oder Deutschland.

Die Folgerung aus dieser Situation: Ein Umdenken bei der Kapitalanlage.

Zum Beispiel in Immobilien. Die Hauspreise liegen in den Ländern Europas über dem Niveau des Jahres 2000. Deutschland verzeichnet hier zwar keine Spitzenstellunge, hat aber im Gegensatz zu nanch anderem Land keine Berg- und Talfahrten in der Preisentwicklung erlebt, sondern einen kontinuierlichen Anstieg.

Doch auch bei Wohnimmobilien in Deutschland gibt es einige Schwierigkeiten für Investoren: Ein verknapptes Angebot und veränderte gesetzliche Rahmenbedingungen wie Mietpreisbremse und Aufteilersperre.

Was kann der Investor tun? Nikolaus Kuner zeigte einige Wertsteigerungspotentiale für eine lohnende Geldanlage auf. Eigenkapital, günstige Zinsen für Fremdkapital und vor allem die eigene Immobilie, dazu Fördermöglichkeiten der Öffentlichen Hand bei Sanierungen - das alles diene als Grundlage zur baulichen Optimierung im eigenen Bestand. Den Zeitpunkt "Jetzt" unterstrich Kuner mit dem Hinweis auf mögliche Kostensteigerungen bei Zinsen und Energie.

Mit den Investitionen bei Sanierung und Umbau können noch weitere positive Zukunftsaspekte verbunden werden: Das Gebäude wird auf den technisch aktuellen Stand gebracht, die Immobilie ist somit marktgängig zukunftsorientierte Mieterwünsche werden berücksichtigt.

Kuner brachte noch eine weitere Variante ins Spiel: Die Nutzung zusätzlicher Flächen durch An- oder Ausbau. An Architekturplänen und finanziellen Beispielen zeigte er auf, wie sich so mit erweiterte Mietflächen ein "Mehrwert ohne Grundstückskosten" erzielen lässt.

Gerade bei der Vermietung stehen Investoren mitunter vor rechtlichen Fragen. Die Betriebskostenabrechnung ist nur eine davon. Im letzten Teil des Expertenabends erläuterte Beate Marschall aktuelle Urteile dazu und zu weiteren Fragen des Mietrechts.