Fluch oder Segen

1. Gipfelreffen 2019 der Immobilienwirtschaft über den Dächern Münchens

Heiße Diskussionen – nicht durch die hochsommerlichen Temperaturen, sondern mehr durch das Thema Erhaltungssatzung entfacht – beschäftigten einen exklusiven Kreis am späten Nachmittag des 27. Juni 2019. Die Hausbank München eG, die Immobilienberatung Bosseler & Abeking und die Kanzlei Zirngibl hatten eingeladen, um einerseits die rechtlichen Aspekte rund um das Thema Erhaltungssatzung sowie andererseits auch die Auswirkungen auf den Immobilienmarkt den Gästen vorzustellen.

Rudolf Naßl, Vorstand der Hausbank startete kurz nach 16 Uhr mit der Begrüßung zu einer kurzweiligen und informativen Runde.

Patrick Schönleiter, geschäftsführender Gesellschafter Bosseler & Abeking begleitete durch die Entstehungsgeschichte der Erhaltungssatzung und die betroffenen Gebiete Münchens.

Begonnen im Jahr 1987 für vereinzelte Straßen in München, sind bis heute 22 Gebiete mit mehr als 200.000 Einwohnern betroffen. Zudem erleichtert die „Modernisierung“ der Abwendungserklärung im Jahr 2018 auch den Käufern das Leben nicht wirklich.

Doch was heißt das für die Eigentümer und Käufer dieser Immobilien?

Die Durchführung zahlreicher Maßnahmen, die für Immobilienbesitzer selbstverständlich sind, ist nur noch mit der entsprechenden Genehmigung realisierbar. Und hier sprechen wir nicht von umfangreichen Maßnahmen wie Teilabbruch, sondern bereits einzelne Modernisierungen sind ohne Zustimmung der Stadt nicht mehr möglich.

Doch auch Mieterhöhungen, Neuvermietungen, Aufteilung oder Eigenbedarf sind in den Gebieten mit Erhaltungssatzung sowie infolge der neuen Abwendungserklärung neu definiert.

Dr. Ulrich May, Partner und Rechtsanwalt der Kanzlei Zirngibl Partnerschaft mbB übernahm nach einzelnen Fallbeispielen aus dem Alltag der Immobilienberatung von Herrn Schönleiter den Staffelstab als Referent. Auch er führte anhand von einzelnen Fallkonstellationen, unterfüttert mit leicht verständlich aufbereiteten Gesetzestexten, die Umstände der Erhaltungssatzung den Teilnehmern vor Augen. Anhand einiger „Münchner G’schichten“ aus der Praxis gab Herr Dr. May einige Tipps, wie der Käufer beim Erwerb einer Immobilie in Gebieten mit Erhaltungssatzung mit einem geringen Übel an Auflagen doch noch lukrativ investieren kann. Dabei wurde deutlich, dass mit der richtigen Beratung der Kauf einer Immobilie nach wie vor eine interessante Anlagemöglichkeit darstellt.

Nicht nur die Beratung zur Immobilie und deren Grundbuch an sich, sondern auch die juristische Seite sowie der Bankberater spielen dabei eine entscheidende Rolle und deren Expertise ist mehr denn je gefragt. Die Abwendungserklärung hat schließlich auch Auswirkungen auf die möglichen Erträge des Objektes und beeinflusst daher die Finanzierung.

Christine Paetsch, Teamleiterin der Hausbank rundete die Veranstaltung mit einem kurzen Überblick der Finanzierungsmöglichkeiten bei der Hausbank ab. Denn die Hausbank hat ihr Angebot hier erweitert. Selbstverständlich zählt die Finanzierung von Wohnimmobilien noch zur größten Kernkompetenz. Doch auch Fondsfinanzierungen und Finanzierungsangebote für Bauträger und Investoren zählen zur Produktpalette der Hausbank.

Nach dieser interessanten Informationsrunde mit vielen Fragen und Diskussionen, konnten die Teilnehmer bei einem kleinen Imbiss in entspannter Atmosphäre die Gespräche mit den Referenten fortführen. Oder bei einer kühlen Erfrischung mit Kollegen den Ausblick auf die Frauenkirche über die Dächer Münchens genießen und gegenseitig Erfahrungen austauschen.

v. l.:Dr. Ulrich May, Rudolf Naßl, Christine Paetsch, Patrick Schönleiter